Generalkonsulin Jo Ellen Powell bei der Neu-Einweihung der Gedenktafel zum 11. September
US-Generalkonsulat Frankfurt
11. September 2006
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Roth,
Meine Damen und Herren, Medienvertreter,
Kollegen, Freunde,
Heute gedenken wir in Amerika und auf der ganzen Welt des 5. Jahrestages der Terroranschläge vom 11. September 2001. Niemand von uns wird je vergessen, wo man war und was man gerade getan hat, als man von den Anschlägen hörte.
Ich war gerade ins Büro gekommen, als ich die Nachricht hörte, dass ein Flugzeug in einen der World Trade Center Türme in New York City geflogen sei. Wenige Minuten später sahen wir im Fernsehen das zweite Flugzeug und wir wussten sofort, dass etwas Furchtbares passiert war. Dann schlug das dritte Flugzeug im Pentagon ein. Als der Rauch des brennenden Gebäudes am gegenüberliegenden Potomac-Ufer aufstieg, wurden wir aufgefordert, unsere Büros im Außenministerium zu evakuieren. Es gab Gerüchte, dass Anschläge auf das Außenministerium, das Weiße Haus und das Capitol bevorstehen könnten. Die Führungsspitze des Außenministeriums wurde an einen sicheren Ort außerhalb Washingtons verlegt. Die Nationalgarde patroullierte die Straßen der Hauptstadt und bis auf die Militärjets, die den Luftraum kontrollierten, war kein Geräusch in der Luft zu hören.
In der Folgezeit dieses schrecklichen Tages zeigten die Frankfurter auf verschiedenste Art und Weise – durch Gebete und Gesten, Worte und Initiativen – ihre Anteilnahme und Unterstützung für die Opfer der Terroranschläge. Tausende kamen zum alten Konsulatsgebäude in der Siesmayerstraße und zum Amerika Haus in Frankfurt, um Ihr Beileid auszusprechen, Kerzen anzuzünden oder Blumen zu hinterlegen.
In einer sehr bewegenden Geste haben Sie, Frau Oberbürgermeisterin Roth, am ersten Jahrestag eine Gedenktafel vor den Stufen des Amerika Hauses in Frankfurt eingeweiht.
Diese Gedenktafel bringt die Solidarität der Einwohner von Frankfurt mit den Bürgern der USA und den Opfern der Anschläge zum Ausdruck und wir haben in den letzten fünf Jahren erfahren, dass diese Freundschafts- und Solidaritätsbekundungen nicht nur leere Worte waren, sondern wahre Taten folgen ließen.
Ich war tief bewegt von der Geschichte des freiwilligen Feuerwehrmanns Christof Schwarzer aus Bad Homburg, der eine relative große Geldsumme sammelte und nach New York flog, um sie den Feuerwehrmännern persönlich zu übergeben. Ebenso bewegend war die Initiative der Commerzbank, die über eine halbe Million Euro zur Verfügung stellte, um die Angehörigen der Opfer nach Deutschland zu bringen, und ihnen zu zeigen, dass die Deutschen wirklich Anteil an ihrem Schicksal nehmen.
Die Zeremonie heute in Frankfurt, einer der kosmopolitischsten Städte Europas, erinnert uns daran, dass wir uns in einem globalen Kampf gegen einen Feind befinden, der alle Zivilgesellschaften bedroht. Und da wir aus der Siesmayerstraße und dem Amerika Haus weggezogen sind, wollten wir sichergehen, dass die Gedenktafel, die Sie vor vier Jahren eingeweiht hatten, auch weiterhin die starke Verbindung zwischen Deutschen und Amerikanern dort zum Ausdruck bringt, wo Besucher des Konsulates sie sehen können.
Ich denke, dass der neue Platz für diese Gedenktafel Bände darüber spricht, wie stark die deutsch-amerikanische Freundschaft ist. Hier in Frankfurt hat die US-Regierung das größte amerikanische, ja sogar das größte Konsulat überhaupt in der Welt, eingerichtet. Das zeigt mehr als alle Worte, für wie wichtig wir diese Verbindung halten.
Während wir auf den 11. September 2001 zurückblicken, blicken wir gleichzeitig nach vorne. Meine Kollegen und ich freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren deutschen Freunden und Partnern, um unseren Kindern und Enkeln eine sicherere und hoffnungsvollere Welt zu hinterlassen.
Vielen Dank.
Es gilt das gesprochene Wort.


